9. Dezember 2015

09_Peter_Stubenvoll

Ankommen – Angekommen

Der Berufseinstieg als Pastoralassistent ist vom Wechseln geprägt: Vom Studium in die Praktikumspfarrei und von dort nach einem Jahr an die erste Assistentenstelle. Neue Stadt, neue Wohnung, neue Menschen. Vieles, was gewohnt war, muss enden oder verändert sich.

Und nun heißt es wieder: mich vorstellen, viele neue Leute kennenlernen und Namen merken, meinen Platz und meine Rolle finden, ankommen. Ein neuer Anfang wie schon oft im Leben.

Doch immer wieder erlebe ich nach solchen Anfängen diesen Moment, wenn aus dem Ankommen ein Angekommensein wird, aus der bisher fremden Stadt ein Stück Heimat, aus den vielen neuen Gesichtern Bekannte oder sogar Freunde.

Bezeichnenderweise geschieht dieses Ankommen oft besonders intensiv in der Advents- und Weihnachtszeit. Wenn ich mit den Menschen an meiner neuen Stelle einmal Advent und Weihnachten gefeiert habe, kann ich im neuen Jahr schon fast routiniert zu „meinen Leuten“ zurückkehren. Advent und Weihnachten haben diese besondere Eigenschaft, Zeit zu verwandeln und Ankommen zu ermöglichen.

Gerade in solchen Momenten macht sich bei mir ein Gefühl der Freude und Geborgenheit breit. Es braucht offensichtlich nicht viel, um ankommen zu können. Bei mir selbst die Offenheit, mich auf das Neue einzulassen und bei den anderen die Bereitschaft, mit „dem Neuen“ etwas von ihrem Leben zu teilen.

Ich wünsche Ihnen solche Momente, in denen aus Ankommen Angekommensein wird und dass auch Sie anderen Menschen solche Momente ermöglichen können. Vielleicht ist gerade jetzt im Advent die Gelegenheit dazu. Dem Advent – der Zeit, in der auch Gottes Ankommenwollen besonders deutlich zu spüren ist.