14. Dezember 2018

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Aufrecht sein

Es ist noch dunkel. Jeden Tag verlasse ich – oft noch etwas müde – meine Wohnung. Mein Blick klebt am nassen Asphalt und meine Gedanken an den Aufgaben, die mich erwarten.

Auch heute ist es wieder dunkel. Ich verlasse morgens meine Wohnung, doch diesmal klebt der Blick nicht an der nassen Straße. Heute ist es anders.

Kurz nach dem Aufstehen las ich folgende Zeilen beim Propheten Jesaja: „Hebt eure Augen in die Höhe, und seht: Wer hat die Sterne dort oben erschaffen?“ (Jes 40,26)

Mein Blick richtet sich zum Himmel. Mein Körper richtet sich aus und ich entdecke die letzten Sterne des Morgens.

Meine Gedanken gehen in die Weite und ich komme viel frischer bei meiner Arbeit an.

Ich habe das Gefühl, dass ich heute schon richtig viel erlebt habe. Ob es meine Kolleginnen auch spüren, dass ich heute einen neuen Blickwinkel eingenommen habe?

Als adventliche Menschen sind wir Suchende.

In wenigen Tagen geht ein neuer Stern – Jesus Christus – auf. Wir dürfen mit ihm als aufgerichtete, als aufrichtige Menschen durchs Leben gehen.

 

Winfried Brandmaier
Gemeindereferent in der Fachstelle Ministrantenpastoral im Bistum Regensburg
Bistum Regensburg