21. Dezember 2018

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Kurz vor dem Weihnachtsfest haben wir zwei Impulse für Sie!

1.
Wunder im „Heiligen Land“

Ich war dieses Jahr zum ersten Mal mit einer Reisegruppe im sogenannten Heiligen Land. Man nennt Israel und Palästina so, weil drei Religionen dort Orte haben, die ihnen viel bedeuten. Heil aber ist diese Gegend nicht. Dazu gibt es zu viele Zäune und Mauern, zu viel Hass und Gewalt. Und Schuld an der angespannten Lage sind wie so oft scheinbar immer die anderen.

Wir hatten unterwegs viele Gespräche mit Christen, die dort eine Minderheit sind und oft zwischen allen Stühlen sitzen. In ihren Berichten war dann zum Glück immer wieder auch von kleinen Wundern die Rede: von Solidarität aus einer unerwarteten Ecke, von Begegnungen am Krankenbett über Religionsgräben hinweg, von Löchern in Zäunen und konkreter Nächstenliebe, von starken Frauen und pfiffigen Problemlösungen. In all dem Durcheinander von Interessen und Machtproben erschien uns das wie kleine Lichtpunkte, wie Zeichen der Menschlichkeit. Ich wünsche dem Land so etwas auch im großen Stil, damit die Wunden heilen können. Schließlich sollte man von einem „Heiligen Land“ ein paar Wunder erwarten können – nicht nur zur Weihnachtszeit.

Burkhard Vogt
Bildungsreferent und Korrespondent des Medienhauses Würzburg in Aschaffenburg
Bistum Würzburg

2.
In Erwartung der Ewigkeit

„Bitte warten! Ihre Verbindung wird gehalten…Bitte warten…“ tönt es durchs Telefon und schon wieder einmal warten.

Das Warten gehört offenbar zu unserem Leben. Ständig warten wir: In der Warteschlange an der Kasse, im Wartezimmer, an der Tankstelle, am Telefon. Warten gehört dazu, macht mitunter ungeduldig, nervös und dehnt die Zeit von der wir ja bekanntlich viel zu wenig haben. Schließlich warten wir nur die Zeit ab, bis sich etwas tut. Warten kann auch ganz anders sein, immer dann, wenn wir etwas erwarten. Dann wird auf einmal die Zeit kurz. Spannung liegt in der Luft und Vorfreude stellt sich ein. Kinder sagen: Wir warten aufs Christkind. Kennen wir noch dieses Gefühl, so zu warten? Der Advent hilft uns dabei. Er ist das große Warten auf ein großes Geschehen, auf das Gloria der Engel auf dem Feld, auf das Licht von Weihnachten. Wir erwarten froh den Herrn, vier Wochen lang. Es geht aber auch anders. Dehnen wir einfach die Zeit und versuchen den Herrn täglich zu erwarten. Wir erwarten ihn vielleicht in einem Gespräch, in einer Fügung, in einer Bitte, in einem Auftrag. Jeder Tag wird so zum Advent. Ein täglicher Advent, in der uns Gott jederzeit und in der Zeit begegnen kann. So können wir in Erwartung und auch in froher Hoffnung leben. Und am Ende, was erwartet uns? Der Herr!

Advent ist die Zeit des Wartens und der Vorfreude. Adventzeit kann aber noch viel mehr sein, als die vier berühmten Wochen vor dem Weihnachtsfest. Adventzeit ist die Zeit, in der wir unser Leben leben und zwar in Erwartung der Ewigkeit.

Andreas Martin
Ständiger Diakon und Leiter der diözesanen Pilgerstelle im Bistum Augsburg
Bistum Augsburg