24. Dezember 2018

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Auch zu Heiligabend erwarten Sie zwei Impulse!

Wir wünschen Ihnen nun ein gesegnetes Fest und einen guten Start ins neue Jahr…

1.
„Was wünschst Du Dir zu Weihnachten?“ – ja was wünscht DU Dir?

Eigentlich haben wir alles, was wir brauchen. Wir haben es in uns. Wenn uns etwas noch guttut, dann sind es aufbauende Worte. Und die bekommen Sie jetzt von mir:

„Wenn wir aufeinander zugehen und zu einander stehen
Ehrlich und echt sind und auf Floskeln verzichten
Geduldig warten und wohlwollend zuhören
Feines beschützen und Schwaches stärken
Trauriges gemeinsam tragen und uns an den Erfolgen anderer freuen
Hindernisse als Möglichkeiten sehen und Ansätze weiterdenken
Liebevoll begleiten und herzlich danken
Halt geben statt festzuhalten
Raum lassen und ermutigen, den eigenen Weg zu gehen
dann wird WEIHNACHTEN“

Ich wünsche Ihnen allen ein Be-Sinn-Liches Weihnachtsfest!

Ingrid Weißl
Klinikseelsorgerin aus Simbach am Inn
Bistum Passau

2.
Vater werden ist nicht schwer… 

Es schreit, ringt plötzlich nach Luft, läuft dabei rot an, Pause, Augen zu, Mund weit offen. Nach Tönen, die unmöglich so einer kleinen Kehle entspringen können, ist für einen Moment Ruhe. Ruhe, die man als frischer Vater so gar nicht ertragen kann: Was ist passiert? War das jetzt zu viel? Panik macht sich breit, bis mit der ansteigenden Lautstärke und dem schrillen Ton einer Feuersirene vergleichbar das “Weinen” von vorne beginnt. In ungeahnter Regelmäßigkeit bricht einem als Vater das Herz, wenn sich der Nachwuchs vor lauter Blähungen, Müdigkeit, Hunger, oder … wie viele Begründungen für diese Momente fallen Ihnen ein? … einfach aus Bedarf nach Mama durch keine noch so liebevolle Aktion beruhigen lässt.  

“Du bist doch Papa geworden, dann hast du doch die perfekte Vorlage für einen Adventsmoment”. Klar, die Menschwerdung, dieser unglaubliche Mittelpunkt des christlichen Glaubens. Das habe ich in gewisser Form auch erlebt. Auch einen Advent, ganz außerhalb der Zeit. Meine Tochter ist am 1. September geboren, pünktlich! Und die Monate und Wochen hin zum Termin waren eine bewegende Einstimmung auf eine Ankunft, die mein, unser und das Leben der Großeltern mittlerweile grundlegend verändert hat. Jede Geburt ist ein Moment der Erfahrung von Schöpfungskraft, von einem Geschenk, das uns gemacht wurde und im Anschluss folgt: Freude, teilweise. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie wenig bereits praktizierende Eltern ehrlich davon berichten, wie aufreibend das Wunder einer Menschwerdung und die Zeit danach tatsächlich sind? Und nun frage ich mich, wie war das damals, vor 2000 Jahren plus?  

Josef Vater schaukelt den kleinen, verzweifelt kreischenden Jesus und spricht, eher schreit, beruhigende Worte im Schwung der Bewegung, während er inständig hofft, dass Maria gleich um die Ecke kommt, damit das Leiden ein schluchzendes Ende findet. Gleichzeitig blickt Gott Vater aus entspannter Distanz auf die Szene, wohlwissend, was noch alles kommen wird, aber gerade nicht zuständig: Ist Josefs Job. Und der Ziehvater weiß, welche Verantwortung er in Händen hält. 

Wie kann ich mir die Momente des Heranwachsens Gottes auf Erden praktisch vorstellen? Die Bibel verrät mir fast nichts. Darum stelle ich mir den weltlichen Teil aktuell so vor wie die Berg- und Talfahrt mit meiner Tochter.  

Betrachte ich die biblische Weihnachtsgeschichte, dann sehe ich neben einem väterlichen Vorbild noch das Gloria, die Worte Frieden und Wohlgefallen. Dank dieses Ereignisses vor so langer Zeit haben wir eine Botschaft zu verkünden – und einen Auftrag. Meiner Tochter möchte ich mit auf den Weg geben: Bring Frieden und Freude zu den Menschen, die dir begegnen. Mach die Welt mit deinen Möglichkeiten zu einem besseren Ort. Sei dankbar für das Geschenk des Lebens und geduldig mit deinem Nachwuchs. 

Johannes Schenkel
Internetredaktion der Diözese Würzburg
Bistum Würzburg