6. Dezember 2018

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Schenken gehört auf den Lehrplan

Seit einigen Jahren werden im Bistum Essen in der sogenannten Nikolaus-Schule Experten für die Nikolaus-Aktionen ausgebildet. Dabei wollen die Organisator*innen vom BDKJ den aktiven oder zukünftigen Nikolaus-Darstellern ganz zentrale Dinge für diesen ganz besonderen Dienst mitgeben: Es geht um sicheres Auftreten in der Rolle des heiligen Bischofs, um Hintergrundwissen und Brauchtumspflege und auch um den Gedanken des Schenkens an sich. Und gerade letzteres, also die Haltung des Schenkens, der Großzügigkeit, sollte meiner Meinung nach nicht nur bei den Nikolaus-Schülern, sondern bei jedem Menschen auf dem Lehrplan stehen. Gerade das Schenken ist mit das Wichtigste, was wir vom hl. Nikolaus lernen können.

Ich meine dabei nicht die Geschenke, die wir an Weihnachten unseren Liebsten machen. Viel wichtiger ist es, auch und gerade an die zu denken, die niemand haben, der ihnen etwas zukommen lässt. Der hl. Nikolaus hat das in seinem Leben immer wieder umgesetzt.

Erinnert sei an die wohl bekannteste Legende um den Bischof von Myra: Ein armer Mann hatte drei Töchter, die er aus lauter Verzweiflung und Geldnot in die Prostitution schicken wollte. Als Bischof Nikolaus das hörte, wurde er sofort aktiv. Er ging zum Haus des armen Mannes und seiner Töchter, band einen Klumpen Gold in ein Tuch und warf ihn heimlich dem Armen durch ein Fenster in sein Haus. Am Morgen fand der Mann das Gold, dankte Gott, und konnte seinen Töchtern eine gute Zukunft ermöglichen. Oft, so die Legenden, hat Nikolaus ohne viel Aufhebens geholfen. Und das können wir auch – und das ganz ohne Goldklumpen: sei es durch Spenden, durch geschenkte Zeit, durch Nachbarschaftshilfe oder andere guten Taten. Darum die heutige Nikolaus-Hausaufgabe: etwas Gutes tun ohne lang zu überlegen und ohne davon zu erzählen.

Pater Felix Biebl
Bildungsreferent an der Jugendbildungsstätte der Abtei Windberg
Bistum Regensburg